Hypnose, Möglichkeiten und Gefahren


Über kaum ein Thema ist so viel widersprüchliches geschrieben worden wie über die Hypnose. Was ist sie und was kann man damit machen? Als Hypnose bezeichnet man ein Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance, hier wird das Wachbewusstsein eingeschränkt bis ausgeschaltet und ein direkter Einfluss auf das Unterbewusste ist möglich.


So weit zur Definition, doch wo fängt das an?

Die Hypnose ist jeder Zustand einer Konzentration auf etwas, das fängt dort an, wo ich ein Bild intensiv betrachte oder einen spannenden Film sehe. Hierbei blende ich ja auch meine Aufmerksamkeit bezüglich meiner Umwelt mehr oder weniger aus, entscheidend ist hier die Tiefe der Konzentration und damit die Tiefe der Hypnose. Es gibt verschiedene Tabellen zur Tiefe einer Hypnose, ein Standartwerk von Meinhold beschreibt 36 Stufen der Hypnose. Die Frage ist nun, kann jeder Mensch hypnotisiert werden? Man kann davon ausgehen, das jeder, der das auch will, hypnotisiert werden kann, nur manchmal sind mehrere Versuche notwendig. Dies ist der Fall wenn der zu hypnotisierende unbewusste Sperren gegen den Vorgang hat. Und diese Sperren können durchweg Sinn machen, wie ich gleich ausführen werde. Kann denn auch jemand hypnotisiert werden, der nicht weiß, dass er in Trance versetzt werden soll? Ja, auch dies funktioniert, es erfordert jedoch ein sehr hohes Geschick vom Hypnotiseur. Und derjenige, der sich bewusst gegen eine Hypnose sperrt, der kann auch nicht hypnotisiert werden.


Was kann man mit Hypnose alles erreichen? Ich kann einem Hypnotisierten suggerieren, er befinde sich in der Wüste und es sei unerträglich warm. Als Folge wird der Klient schwitzen, Schweißperlen bilden sich, und der Patient befindet sich nach seiner Wahrnehmung in der Wüste. Man kann einem Klienten ein Geldstück auf die Hand legen und behaupten, es sei sehr heiß, es wird sich sofort eine Brandblase bilden. Ebenso ist es möglich, einem Klienten eine Zwiebel zum Essen zu geben und behaupten es sei ein leckerer Apfel, er wird ohne Zögern diese Zwiebel essen und sogar den vermeintlichen Apfelkern übrig lassen. Besonders bei Showhypnosen wird so etwas gerne demonstriert. Möglich sind auch posthypnotische Befehle. So kann man einem Klienten sagen, jedes Mal, wenn sich der Hypnotiseur am Ohr kratzt, dann würde der Klient die Türklingel hören. Auch wenn dem Klienten die Erinnerung an diesem Befehl aus der Hypnose heraus nicht zugänglich ist, wird er doch jedes Mal, wenn das vereinbarte Signal gegeben wird, zu Tür gehen und nachsehen wer da klingelt. Der Klient wird hierbei jedes Mal felsenfest behaupten, er hätte die Türklingel gehört. Wenn der posthypnotische Befehl etwas offensichtlich unsinniges ist, wird der Klient hierfür eine logische Begründung finden. Wurde beispielsweise der Befehl gegeben, auf ein Signal hin einen Mantel anzuziehen, dann wird der Klient eben behaupten, ihm sei kalt.


Kann sich der Klient daran erinnern, was in der Hypnose passiert ist? Das hängt von den Anweisungen ab, die während der Hypnose gegeben wurden. Die nächste Frage, die auf der Hand liegt, ist es möglich einen posthypnotischen Befehl zu geben, die den Grundeinstellungen des Klienten widerspricht. So könnte man auf den Gedanken kommen, dem Klienten den Befehl zu geben, eine gewisse Person umzubringen. Dies kann so nicht funktionieren, vorausgesetzt, der Klient hatte die Bereitschaft nicht schon vorher.


Was also kann die Hypnose definitiv leisten? Es kann das suggerieren von neuen Glaubenssätzen durchgeführt werden. Ebenso ist es möglich, den Klienten in die Vergangenheit zurückzuführen. So kann man beispielsweise jemanden dazu bringen, zurückzugehen zu seinem zweiten Geburtstag. Derjenige wird genau beschreiben können, welche Kleidung er hatte, was es zu essen gab, wer anwesend war und was alles besprochen wurde. Jede Information ist im unbewussten lückenlos vorhanden. Diese Rückführungen können auch in Vorleben zurückreichen.
Das hört sich an, als hätte man hiermit ein universelles Werkzeug zur Hand. Ja, das ist auch so, aber es kann auch sehr gefährlich sein.
Nehmen wir beispielsweise das Einpflanzen neuer Glaubenssätze. Dies wird gerne genommen, wenn sich jemand entscheidet, mit dem Rauchen aufzuhören, und hierzu eine Hypnosetherapie zu Hilfe nimmt. Eine einfache Suggestion wäre hier, dass der Klient kein Bedürfnis mehr nach einer Zigarette hat. Einfach, aber wirkungslos. Denn es gibt Gründe, warum der Patient rauchen möchte, und die werden hier nicht berührt. Eine andere, gern benutzte Suggestion ist hier, dass der Klient beim Rauchen einer Zigarette eine starke Übelkeit verspürt. Das halte ich für eine ganz tolle Suggestion, denn das Bedürfnis oder die Sucht nach einer Zigarette ist nach wie vor vorhanden, nur dass dem Klienten bei jeder Zigarette so übel wird, dass er es lieber lässt. Und schon haben wir einen riesigen Konflikt erzeugt. Ob es für den Klienten hilfreich ist, lasse ich mal dahingestellt sein.
Was ist denn ein möglicher Weg, um einem Raucher zu helfen? Dazu muss man im einzelnen herausfinden, welche bewussten und unbewussten Gründe der Raucher für sein Verhalten hat. Wenn ihm das bewusst wird, das Verlangen nach der Zigarette dann immer noch da ist, dann kann man gezielt mit diesen Gründen arbeiten. Nur gibt es dann meist erheblich harmlosere Methoden als die Hypnose.


Komme ich mal zum Thema Rückführung. Warum möchte jemand zurückgeführt werden? Aus Neugier? Oder weil ein Problem vorliegt, dass die Ursache irgendwo in der Vergangenheit hat? Die Gefahr, die ich hier sehe, besteht einfach darin, dass der Klient und seine Seele noch nicht bereit ist für diese Erfahrung. Dann könnte ich den Klienten psychisch schlichtweg überfordern und das wäre nicht gut. Wenn ein Problem Auswirkungen in der Gegenwart hat, dann ist das unbewusste auch bereit, vorsichtig an den Ursprung herangeführt zu werden. Die Hypnose wird hier schnell zur Holzhammermethode, weil es viel zu schnell und zu direkt geht.

Ich würde hier in den meisten Fällen die Psychokinesiologie vorziehen, da hierbei der Klient im uneingeschränkten Wachzustand verbleibt. Möchte jemand hingegen zurückgeführt werden, der einfach wissen möchte, ob und wie er bereits gelebt hat, dann ist die Hypnose in der Tat ein wertvolles Hilfsmittel. Nur muss dazu ausführlich geklärt werden, ob nicht irgendwelche Konflikte vorliegen, die noch nicht bekannt sind und die durch die Hypnose hervorgebracht werden können.


Um es ganz klar zu sagen, ich bin auf keinen Fall gegen die Hypnose, wenn man die entsprechende Vorsicht und Umsicht walten lässt. Das ist leider nicht immer so der Fall, wenn ich mir die öffentlichen Aussagen mancher Hypnosetherapeuten anschaue. Die spielen mit Dynamit, und merken es noch nicht einmal.

Ich selbst setze Hypnose nur dann ein, wenn ich vorher durch Vorgespäche mit dem Unbewussten mit Hilfe der Psycho-Kinesiologie ausgeschlossen habe, im Widerspruch zu den unbewussten Glaubenssätzen des Klienten zu handeln.


Es versteht sich ja wohl von selbst, dass Hypnose niemals eingesetzt werden darf, um Macht über andere Menschen zu bekommen. Weder direkt noch indirekt. Ich denke mal, dass man dies niemandem erklären muss, der spirituellen auch nur ein klein wenig entwickelt ist.

 

Es gibt da noch einen ganz wichtigen Punkt bei der Hypnose, den will ich nicht unerwähnt lassen.
Ich hatte ja auch über posthypnotische Befehle geredet und das die Personen auch eine rationale Erklärung finden für das was sie tun. Das heißt, ich kratze an meinem Ohr und derjenige zieht seinen Mantel an. Er findet einen Grund dazu, genau dies jetzt zu machen, und bringt das in keinen Zusammenhang mit dem Auslöser.

Was lernen wir daraus? Jeder, der seine eigenen Verhaltensweisen nicht überdenkt und nachfragt, folgt den teilweise unsinnigen Glaubenssätzen, die er seit der Kindheit aufgenommen hat. Denn Kinder sind in einer Art Dauerhypnose, sie nehmen alles von Eltern und Bezugspersonen auf, ungeprüft. Das kann man anhand der Gehirnwellen nachweisen.

Ein Stein, der geworfen wird, denkt sich auch, ich fliege weil ich das will.

Also, warum mache ich das was ich mache? Ist es mir hier und heute dienlich? Oder ist das antrainiert, damit ich meine Rolle erfülle und brav meinen Weg in der Herde trabe?

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